Hörmann SupraMatic: Endlage oben wird nicht erkannt – Ursache prüfen und Fehler beheben

Hörmann SupraMatic: Endlage oben wird nicht erkannt

Kurzdiagnose: Bei Hörmann SupraMatic mit Fehlerbild Endlage oben wird nicht erkannt zuerst Versorgung, Freigabekette, passenden Eingang und Sicherheitselemente messen. Keine Teile auf Verdacht tauschen: erst Eingang, dann Ausgang, dann Last prüfen.

Sicherheit: Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Sicherheitskontakte nicht dauerhaft überbrücken. Eine Brücke ist nur als kurzzeitige Messhilfe durch Fachpersonal zulässig und muss sofort wieder entfernt werden.

Fehlerbild

Was macht die Anlage?Das Tor erreicht oben mechanisch die Position, aber die Steuerung erkennt AUF nicht sicher.
Was macht sie nicht?Automatikablauf, Verriegelung oder Folgefunktionen werden nicht freigegeben.
Wann tritt der Fehler auf?nach Endlagenverstellung, Stromausfall, mechanischem Anschlag oder Gebertausch.
Dauerhaft oder sporadisch?sporadisch bei losem Geberstecker, verbogenem Endschalter oder Spiel in der Mechanik.

Erste Entscheidung: Kommt der Befehl an der Steuerung an? Wenn nein: Taster, Funk, externe Freigabe und Leitung prüfen. Wenn ja: Sicherheitskreis, Endlagen, Ausgang und Last prüfen.

Wahrscheinlichste Ursachen – nach Trefferquote sortiert

Reihenfolge Ursache Schnelltest
1 AUF-Endschalter verstellt oder defekt Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren.
2 AWG/Encoder liefert kein plausibles Signal Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren.
3 Endlagenparameter/Lernfahrt fehlt Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen.
4 Mechanik erreicht den Schaltpunkt nicht Mechanik entriegeln, Bremse prüfen, Motorstrom messen.
5 Kabel/Stecker der Endlage unterbrochen Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen.

Sofortprüfung am Schaltschrank

Diese Prüfungen bringen den Fehler meistens schneller ans Licht als ein kompletter Steuerungstausch.

Nr. Wo prüfen? Wie prüfen? Sollwert / Erwartung
1 Direkt an Steuerung und Bauteil AUF-Endschalter mechanisch betätigen. Soll: Eingang/LED wechselt sofort. LED/Input wechselt eindeutig und flackert nicht
2 Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü Endlagengeber-Stecker abziehen/prüfen und wieder fest einstecken. Soll: keine Korrosion, kein Kabelbruch. Endlagenstatus passt zur realen Torposition
3 Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü Lernfahrt/Referenzfahrt durchführen. Soll: AUF-Position wird gespeichert. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan
4 Direkt an Steuerung und Bauteil Mechanischen Anschlag prüfen. Soll: Tor erreicht Schaltpunkt ohne zu pressen. Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan
5 Direkt an Steuerung und Bauteil Durchgang Endschalter spannungsfrei messen. Soll: Kontakt wechselt klar zwischen <1 Ω und offen. < 1 Ω geschlossen, offen bei Betätigung
6 Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü Parameter Endlage AUF prüfen. Soll: nicht gelöscht, nicht außerhalb Bereich. Endlagenstatus passt zur realen Torposition

Messwerte, LED-Zustände und Eingänge

Messpunkt Bewertung
Endschalterkontakt <1 Ω geschlossen Messwert mit Typenschild und Schaltplan vergleichen; Abweichung gezielt eingrenzen.
24 V DC am Endlagensensor Fehlt oder bricht sie ein, zuerst Netzteil, Sicherung, Kurzschluss in Sensorik und Klemmen prüfen.
Eingangs-LED AUF-Endlage schaltet Keine LED-Änderung bedeutet: Befehl/Sensor kommt nicht an oder Eingang falsch parametriert.
Encoder/AWG-Stecker fester Sitz Unplausible Positionen verhindern Automatik und Referenzfahrt.
Motorstrom oben kein harter Anschlag Zu hoch: Mechanik/Bremse/Motor prüfen. Zu niedrig trotz Befehl: Ausgang/Schütz/Freigabe prüfen.

Wichtig: Spannung immer unter Last prüfen. 24 V im Leerlauf können gut aussehen und beim Start trotzdem zusammenbrechen.

Herstellerbezogene Prüfung: Hörmann SupraMatic

Der schnellste Weg ist: Versorgung messen, Sicherheitskreis schließen, Eingang beobachten, Ausgang prüfen, Mechanik unter Last beurteilen. Nicht mit dem teuersten Bauteil anfangen.

Relevante Klemmen und Baugruppen

Klemme / Baugruppe Warum hier prüfen?
Netzanschluss L/N bzw. L1/L2/L3 an der Hauptklemme prüfen. Ohne stabile Einspeisung sind alle Folgemessungen wertlos.
24-V-Zubehörversorgung an der Steuerung messen; Sollwert ca. 22–28 V DC. Bauteil kann den Freigabe- oder Sicherheitskreis beeinflussen.
Eingänge AUF, ZU, Impuls und STOP an der beschrifteten Klemmenleiste prüfen. Hier sieht man, ob der Befehl wirklich ankommt.
Sicherheitskreis: Lichtschranke, Schließkante, Schlupftür, Seilschlaff und Not-Halt nacheinander überbrückungsfrei prüfen. Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt.
Bei WA/ITO/B460 FU: Endlagengeber, Bremse und FU-/Motorleitung separat prüfen. Hier prüfen, ob Ausgang, Motor und Bremse elektrisch versorgt werden.

Fehlercodes, LED-Zustände oder Meldungen

Meldung / Zustand Nächster Schritt
Anzeige oder LED-Blinkcode vor Reset fotografieren. Meldung vor Reset dokumentieren und mit Eingang/LED/Messwert gegenprüfen.
Totmann nach Sicherheitsfehler: Sicherheitskreis/SKS/Lichtschranke zuerst prüfen. Lichtschranke reinigen, ausrichten, Versorgung und Kontakt prüfen.
FU-/Antriebsfehler: Motorschutz, Bremse, Phasenfolge und Geber prüfen. FU-Code sichern, Motorstrom, Rampen, Bremse und Mechanik prüfen.
Keine Referenz: Endlagen neu einlernen und mechanische Endanschläge prüfen. Geber, Endschalter, Steckverbindung und Lernfahrt prüfen.

Parameter, die zum Fehlerbild passen

Parameter / Funktion Prüfung
Betriebsart Impuls/Totmann Falsch eingestellt führt zu Totmannbetrieb oder fehlendem Impulsbetrieb.
Kraft- oder Laufzeitüberwachung Zu knapp eingestellt führt zu Start/Stopp, Reversieren oder Thermofehler.
Endlagen/Lernfahrt Falsch gelernt verhindert Endlagenmeldung und Referenzfahrt.
Automatischer Zulauf Parameter mit Ist-Zustand vergleichen und Änderung dokumentieren.
Sicherheitsleiste/Lichtschranke aktiviert Falsch parametriert blockiert ZU oder Automatik.
FU-Rampen bei B460 FU Falsche Rampen oder Geschwindigkeit erzeugen langsamen/unruhigen Lauf.

Bekannte Schwachstellen aus der Praxis

Schwachstelle Praktische Prüfung
verschmutzte Reflexionslichtschranke Reinigen, ausrichten, Versorgung messen, Relaiskontakt testen.
Schlupftürkontakt mit Wackelkontakt Kontakt mechanisch drücken, elektrisch messen und während Bewegung beobachten.
Tasterplatine/Bedieneinheit reagiert nicht sauber Sichtprüfung reicht nicht: messen, bewegen, erneut messen.
Bremse am WA-Antrieb klebt Bremsenspannung messen, Lösen hören, mechanisches Schleifen prüfen.
Endlage nach Stromausfall verloren Stecker sichern, Sensor betätigen, Endlagen neu lernen.

Typische Fehlerursache aus der Praxis

Sehr oft ist nicht der Antrieb kaputt, sondern der Endschalter wird mechanisch knapp nicht erreicht oder der Geberstecker sitzt nicht richtig.

Bei Hörmann SupraMatic besonders beachten: Erst messen, dann tauschen. Die häufigsten Ursachen sind Sensorik, Freigabekette, Endlage und Mechanik – nicht sofort die Steuerplatine.

Schritt-für-Schritt-Reparatur

  1. Anlage sichern: Bereich absperren, Fahrweg freimachen, Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern.
  2. Bauteil eingrenzen: Für dieses Fehlerbild zuerst AUF-Endlage, Referenzsensor oder Gebermeldung fehlt prüfen, dann erst Motor oder Steuerung verdächtigen.
  3. Endschalter AUF / AWG-Encoder lokalisieren: Klemme, Leitung und Bauteil anhand der Beschriftung und des Schaltplans markieren. Vor dem Abziehen Fotos machen.
  4. Messung durchführen: Versorgung, Eingang, Kontakt/Widerstand und LED-Zustand messen. Ergebnis notieren; kein Teil tauschen, nur weil es „verdächtig aussieht“.
  5. Bauteil tauschen oder instand setzen: Endschalter AUF / AWG-Encoder nur gegen passenden Typ nach Typenschild/Schaltplan ersetzen. Klemmen festziehen, Zugentlastung setzen, Leitung gegen Scheuern sichern.
  6. Funktionstest: Einzelfunktion am Eingang prüfen, dann komplette AUF- und ZU-Fahrt durchführen. Fehlerhistorie erneut kontrollieren.
  7. Sicherheitsprüfung: Not-Halt, Lichtschranke, Schließkante/SKS, Schlupftür und Endlagen aktiv testen. Bei Automatiklauf Reversierung und Vorwarnung dokumentieren.

Ersatzteilhinweis

Typisches Ersatzteil: Endschalter AUF / AWG-Encoder

Funktion: Das Bauteil meldet der Steuerung die obere Endposition. Ohne diese Meldung bleiben Automatik und Verriegelungen unzuverlässig.

Austausch: Anlage spannungsfrei schalten, Klemmenbelegung fotografieren, Adern beschriften, Bauteil ersetzen, Klemmen nachziehen, Zugentlastung prüfen und danach Messwert/Funktion erneut dokumentieren.

Weitere Teile, die man bei dieser Anlage im Blick haben sollte:

  • Hörmann Bedieneinheit/Steuerplatine
  • Lichtschranke
  • Schließkantensicherung
  • Schlupftürkontakt
  • Endlagengeber
  • Bremse/Bremsgleichrichter

Praxisfall

Punkt Beschreibung
Fehlerbild Tor fährt nach oben, Steuerung zeigt aber keine AUF-Endlage.
Diagnose Endlagen-LED blieb dunkel, Kontakt schaltete nur bei starkem Drücken.
Ursache Endschalterhebel verbogen.
Lösung Endschalter ersetzt und Endlage neu eingestellt; Referenzfahrt durchgeführt.
Zeitaufwand 35 Minuten

Abschlussprüfung nach der Reparatur

  • Mindestens drei komplette Fahrzyklen AUF/ZU ohne Fehlermeldung durchführen.
  • Not-Halt betätigen: Anlage muss sofort stoppen und darf erst nach Entriegelung wieder freigeben.
  • Lichtschranke während ZU-Fahrt unterbrechen: Schließfahrt muss stoppen oder reversieren, je nach Anlage.
  • Schließkante/SKS mit geeignetem Prüfkörper testen: Reaktion und Reversierweg prüfen.
  • Endlagen AUF/ZU prüfen: Anzeige, Verriegelung, Ampel/Freigabe müssen korrekt umschalten.
  • Messwerte, getauschtes Ersatzteil und Fehlercode im Wartungsprotokoll dokumentieren.

Hinweis: Klemmenbezeichnungen können je nach Baujahr, Optionsplatine und Ausführung abweichen. Maßgeblich bleibt immer der Schaltplan der konkreten Anlage.

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