Hörmann Steuerung 560: Endlage oben wird nicht erkannt
Kurzdiagnose: Bei Hörmann Steuerung 560 mit Fehlerbild Endlage oben wird nicht erkannt zuerst Versorgung, Freigabekette, passenden Eingang und Sicherheitselemente messen. Keine Teile auf Verdacht tauschen: erst Eingang, dann Ausgang, dann Last prüfen.
Fehlerbild
Erste Entscheidung: Kommt der Befehl an der Steuerung an? Wenn nein: Taster, Funk, externe Freigabe und Leitung prüfen. Wenn ja: Sicherheitskreis, Endlagen, Ausgang und Last prüfen.
Wahrscheinlichste Ursachen – nach Trefferquote sortiert
| Reihenfolge | Ursache | Schnelltest |
|---|---|---|
| 1 | AUF-Endschalter verstellt oder defekt | Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren. |
| 2 | AWG/Encoder liefert kein plausibles Signal | Prüfung direkt am betroffenen Eingang/Ausgang durchführen und Messwert notieren. |
| 3 | Endlagenparameter/Lernfahrt fehlt | Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen. |
| 4 | Mechanik erreicht den Schaltpunkt nicht | Mechanik entriegeln, Bremse prüfen, Motorstrom messen. |
| 5 | Kabel/Stecker der Endlage unterbrochen | Endlagenstatus, Geberstecker und Lernfahrt prüfen. |
Sofortprüfung am Schaltschrank
Diese Prüfungen bringen den Fehler meistens schneller ans Licht als ein kompletter Steuerungstausch.
| Nr. | Wo prüfen? | Wie prüfen? | Sollwert / Erwartung |
|---|---|---|---|
| 1 | Direkt an Steuerung und Bauteil | AUF-Endschalter mechanisch betätigen. Soll: Eingang/LED wechselt sofort. | LED/Input wechselt eindeutig und flackert nicht |
| 2 | Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü | Endlagengeber-Stecker abziehen/prüfen und wieder fest einstecken. Soll: keine Korrosion, kein Kabelbruch. | Endlagenstatus passt zur realen Torposition |
| 3 | Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü | Lernfahrt/Referenzfahrt durchführen. Soll: AUF-Position wird gespeichert. | Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan |
| 4 | Direkt an Steuerung und Bauteil | Mechanischen Anschlag prüfen. Soll: Tor erreicht Schaltpunkt ohne zu pressen. | Zustand eindeutig, reproduzierbar und passend zum Schaltplan |
| 5 | Direkt an Steuerung und Bauteil | Durchgang Endschalter spannungsfrei messen. Soll: Kontakt wechselt klar zwischen <1 Ω und offen. | < 1 Ω geschlossen, offen bei Betätigung |
| 6 | Endschalter, AWG/Encoder, Endlagenmenü | Parameter Endlage AUF prüfen. Soll: nicht gelöscht, nicht außerhalb Bereich. | Endlagenstatus passt zur realen Torposition |
Messwerte, LED-Zustände und Eingänge
| Messpunkt | Bewertung |
|---|---|
| Endschalterkontakt <1 Ω geschlossen | Messwert mit Typenschild und Schaltplan vergleichen; Abweichung gezielt eingrenzen. |
| 24 V DC am Endlagensensor | Fehlt oder bricht sie ein, zuerst Netzteil, Sicherung, Kurzschluss in Sensorik und Klemmen prüfen. |
| Eingangs-LED AUF-Endlage schaltet | Keine LED-Änderung bedeutet: Befehl/Sensor kommt nicht an oder Eingang falsch parametriert. |
| Encoder/AWG-Stecker fester Sitz | Unplausible Positionen verhindern Automatik und Referenzfahrt. |
| Motorstrom oben kein harter Anschlag | Zu hoch: Mechanik/Bremse/Motor prüfen. Zu niedrig trotz Befehl: Ausgang/Schütz/Freigabe prüfen. |
Wichtig: Spannung immer unter Last prüfen. 24 V im Leerlauf können gut aussehen und beim Start trotzdem zusammenbrechen.
Herstellerbezogene Prüfung: Hörmann Steuerung 560
Bei Hörmann 560 immer erst 24 V DC für Peripherie und Freigabekette prüfen. X93, X69 und X60 sind wichtige Messpunkte, bevor die Steuerung vorschnell getauscht wird.
Relevante Klemmen und Baugruppen
| Klemme / Baugruppe | Warum hier prüfen? |
|---|---|
| X93 = Netzanschluss der Steuerung. L/N bzw. Phasen zuerst messen. | Ohne stabile Einspeisung sind alle Folgemessungen wertlos. |
| X69/1 = +24 V DC für Signalleuchten/Peripherie, sofern diese Ausführung verbaut ist. | Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt. |
| X60/1 = GND/0 V der 24-V-Versorgung. | Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt. |
| X71/X90 = Bereich Signalleuchten/Peripherie je nach Schaltplan. | Bauteil kann den Freigabe- oder Sicherheitskreis beeinflussen. |
| Sicherheits- und Freigabekreis: STOP, Schlupftür, Lichtschranke und Verriegelungen anhand der Hörmann-Klemmleiste prüfen. | Hier sperren Lichtschranke, SKS und Sicherheitskontakte die Fahrt. |
Fehlercodes, LED-Zustände oder Meldungen
| Meldung / Zustand | Nächster Schritt |
|---|---|
| Anzeige vor Reset fotografieren; Funktionsnummer und rechten Punkt im Display notieren. | Ruhestromkreis, Not-Halt, Schlupftür, Seilschlaff und Wartungsschalter prüfen. |
| Bei BlueControl/Bluetooth-Ausführung Verbindung erst nach Spannungs- und Sicherheitsprüfung nutzen. | FU-Code sichern, Motorstrom, Rampen, Bremse und Mechanik prüfen. |
| Keine Freigabe: STOP-/Sicherheitskette und 24-V-Peripherie zuerst prüfen. | Ruhestromkreis, Not-Halt, Schlupftür, Seilschlaff und Wartungsschalter prüfen. |
| Endlagenfehler: WA/ITO-Antrieb, Geberleitung und Referenzfahrt prüfen. | Geber, Endschalter, Steckverbindung und Lernfahrt prüfen. |
Parameter, die zum Fehlerbild passen
| Parameter / Funktion | Prüfung |
|---|---|
| Funktionsnummern für Betriebsart und Zusatzmodule | Falsch eingestellt führt zu Totmannbetrieb oder fehlendem Impulsbetrieb. |
| BlueControl/Bluetooth aktiv oder deaktiv | Parameter mit Ist-Zustand vergleichen und Änderung dokumentieren. |
| Endlagen/Referenzfahrt | Falsch gelernt verhindert Endlagenmeldung und Referenzfahrt. |
| Lichtschranke/Sicherheitsleiste | Falsch parametriert blockiert ZU oder Automatik. |
| Verriegelung Tor/Verladetechnik | Parameter mit Ist-Zustand vergleichen und Änderung dokumentieren. |
| Ampel-/Signalleuchtenausgang | Bestimmt, wann Signalgeber schalten. |
Bekannte Schwachstellen aus der Praxis
| Schwachstelle | Praktische Prüfung |
|---|---|
| GND- oder +24-V-Klemme für Peripherie lose | Sichtprüfung reicht nicht: messen, bewegen, erneut messen. |
| Schlupftürkontakt öffnet sporadisch | Kontakt mechanisch drücken, elektrisch messen und während Bewegung beobachten. |
| Lichtschranke verschmutzt | Reinigen, ausrichten, Versorgung messen, Relaiskontakt testen. |
| Verriegelung mit Verladebrücke gibt nicht frei | Sichtprüfung reicht nicht: messen, bewegen, erneut messen. |
| Endlagengeber nach Stromausfall nicht sauber referenziert | Stecker sichern, Sensor betätigen, Endlagen neu lernen. |
Typische Fehlerursache aus der Praxis
Sehr oft ist nicht der Antrieb kaputt, sondern der Endschalter wird mechanisch knapp nicht erreicht oder der Geberstecker sitzt nicht richtig.
Bei Hörmann Steuerung 560 besonders beachten: Bei 560-Anlagen kommen Freigaben, Signalleuchten und Peripherie oft über 24 V. X69/X60 und Sicherheitskette zuerst prüfen.
Schritt-für-Schritt-Reparatur
- Anlage sichern: Bereich absperren, Fahrweg freimachen, Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Arbeiten an 230/400 V, Bremsen, FU, Hauptschütz oder Motoranschluss nur durch Elektrofachkraft. Vor jeder Widerstands- oder Durchgangsmessung Anlage allpolig spannungsfrei schalten und gegen Wiedereinschalten sichern.
- Bauteil eingrenzen: Für dieses Fehlerbild zuerst AUF-Endlage, Referenzsensor oder Gebermeldung fehlt prüfen, dann erst Motor oder Steuerung verdächtigen.
- Endschalter AUF / AWG-Encoder lokalisieren: Klemme, Leitung und Bauteil anhand der Beschriftung und des Schaltplans markieren. Vor dem Abziehen Fotos machen.
- Messung durchführen: Versorgung, Eingang, Kontakt/Widerstand und LED-Zustand messen. Ergebnis notieren; kein Teil tauschen, nur weil es „verdächtig aussieht“.
- Bauteil tauschen oder instand setzen: Endschalter AUF / AWG-Encoder nur gegen passenden Typ nach Typenschild/Schaltplan ersetzen. Klemmen festziehen, Zugentlastung setzen, Leitung gegen Scheuern sichern.
- Funktionstest: Einzelfunktion am Eingang prüfen, dann komplette AUF- und ZU-Fahrt durchführen. Fehlerhistorie erneut kontrollieren.
- Sicherheitsprüfung: Not-Halt, Lichtschranke, Schließkante/SKS, Schlupftür und Endlagen aktiv testen. Bei Automatiklauf Reversierung und Vorwarnung dokumentieren.
Ersatzteilhinweis
Typisches Ersatzteil: Endschalter AUF / AWG-Encoder
Funktion: Das Bauteil meldet der Steuerung die obere Endposition. Ohne diese Meldung bleiben Automatik und Verriegelungen unzuverlässig.
Austausch: Anlage spannungsfrei schalten, Klemmenbelegung fotografieren, Adern beschriften, Bauteil ersetzen, Klemmen nachziehen, Zugentlastung prüfen und danach Messwert/Funktion erneut dokumentieren.
Weitere Teile, die man bei dieser Anlage im Blick haben sollte:
- Hörmann 560 Steuerungsmodul/Bedienteil
- 24-V-Sicherung/Netzteil
- Lichtschranke
- Schlupftürkontakt
- WA/ITO Endlagengeber
- Signalleuchtenmodul
Praxisfall
| Punkt | Beschreibung |
|---|---|
| Fehlerbild | Tor fährt nach oben, Steuerung zeigt aber keine AUF-Endlage. |
| Diagnose | Endlagen-LED blieb dunkel, Kontakt schaltete nur bei starkem Drücken. |
| Ursache | Endschalterhebel verbogen. |
| Lösung | Endschalter ersetzt und Endlage neu eingestellt; Referenzfahrt durchgeführt. |
| Zeitaufwand | 35 Minuten |
Abschlussprüfung nach der Reparatur
- Mindestens drei komplette Fahrzyklen AUF/ZU ohne Fehlermeldung durchführen.
- Not-Halt betätigen: Anlage muss sofort stoppen und darf erst nach Entriegelung wieder freigeben.
- Lichtschranke während ZU-Fahrt unterbrechen: Schließfahrt muss stoppen oder reversieren, je nach Anlage.
- Schließkante/SKS mit geeignetem Prüfkörper testen: Reaktion und Reversierweg prüfen.
- Endlagen AUF/ZU prüfen: Anzeige, Verriegelung, Ampel/Freigabe müssen korrekt umschalten.
- Messwerte, getauschtes Ersatzteil und Fehlercode im Wartungsprotokoll dokumentieren.
Hinweis: Klemmenbezeichnungen können je nach Baujahr, Optionsplatine und Ausführung abweichen. Maßgeblich bleibt immer der Schaltplan der konkreten Anlage.






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